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Sozialistische Gruppe Erlangen-Nürnberg

Der Mensch und die Kommunisten

Der Mensch braucht einen Sinn im Leben, damit er weiß, wofür er da ist. Also stiftet er sich einen, um sich in der Welt zu Hause fühlen zu können. Was das Leben ihm zu bieten hat, dafür kann er dann dankbar sein. Dabei muss er gar nicht an Gott glauben, so gut ist die Universität schon lange. Auch ein Nietzsche kann ihm viel Tiefsinniges und Abgründiges geben. Er ist also ein ganz normaler Mensch, der strebend sich bemüht herauszufinden, woran er sich halten kann und wonach er sich richten soll. Diese Suche führt ihn zuweilen in die Krise. Als freies Wesen läßt er sich nämlich zuallerletzt etwas vorschreiben, und das macht die Befriedigung seines Bedürfnisses nach Orientierung einigermaßen diffizil. Da sieht er dann sich und die Welt in einem Wertewandel begriffen, die Idee des Absoluten erscheint ihm paradox und er fühlt sich wie ins Sein geworfen. Doch das geht vorüber, zumal er ja auch noch die gewöhnlichen Dinge des Lebens – Prüfung, Lebensunterhalt, Freizeit usf. – zu erledigen hat. Eigentlich ist der Mensch nur mit einem unzufrieden: mit seinesgleichen. Das hält er dann für Kritik.

Genau besehen sind die Kommunisten von dieser Kritik zumeist ausgenommen. Als Mensch kann er mit ihnen einfach nichts anfangen – und das ist auch kein Wunder. Sie haben ihm einfach nichts zu bieten. Was soll er anfangen mit einer Erklärung von Staat und Kapital, Weltmarkt und Imperialismus, Demokratie und Weltkriegsvorbereitung? Er will die Welt ja nicht in seinem Interesse verändern, sondern sie nur diesem Interesse gemäß interpretieren. Und was soll er anfangen mit Wissenschafts- und Ideologiekritik? Er braucht für seine Sache ja niemanden zu überzeugen. Also bleibt er Mensch – oder das wird ihm zu dumm. Dann steht ihm folgende Alternative ins Haus:

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Freitag, 10.02.2006